
Sind Papierstrohhalme krebserregend?
Pauschal lässt sich diese Frage nicht mit Ja beantworten. Papierstrohhalme bestehen nicht nur aus Papier: Damit sie in Getränken möglichst lange stabil bleiben, können bei ihrer Herstellung Klebstoffe, Druckfarben und sogenannte Nassverfestiger eingesetzt werden. In Untersuchungen wurden bei einzelnen Papier- und Papp-Produkten unerwünschte Stoffe festgestellt.
Entscheidend ist deshalb nicht allein das Material „Papier“, sondern die konkrete Zusammensetzung, Herstellung und Lebensmittelkonformität des jeweiligen Produkts.
Chlorpropanole
Sie können als Verunreinigungen bestimmter Nassverfestiger auftreten. Einzelne Chlorpropanole werden gesundheitlich kritisch bewertet.
PFAS
Auch per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen wurden in Untersuchungen verschiedener Trinkhalme nachgewiesen. Nicht jedes Produkt ist gleichermaßen betroffen.
Produktqualität zählt
Für die Beurteilung sind die eingesetzten Rohstoffe, die Migration von Stoffen und die dokumentierte Eignung für den Lebensmittelkontakt entscheidend.
Warum werden bei Papierstrohhalmen Nassverfestiger eingesetzt?
Papier verliert bei längerem Kontakt mit Flüssigkeit normalerweise an Festigkeit. Um Papierprodukte widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit zu machen, können während der Herstellung sogenannte Nassverfestiger eingesetzt werden. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass bei deren Verarbeitung Chlorpropanole als unerwünschte Verunreinigungen entstehen können.
Dabei ist eine differenzierte Betrachtung wichtig: Ein möglicher Stoffeintrag bedeutet nicht, dass jeder Papierstrohhalm automatisch gesundheitsschädlich oder „krebserregend“ ist. Entscheidend sind unter anderem der konkret vorhandene Stoff, seine Menge und die tatsächliche Migration in das Lebensmittel oder Getränk.
Was bedeuten die Einstufungen bei Chlorpropanolen?
Die Verbraucherzentrale nennt insbesondere 3-MCPD und 1,3-DCP. 3-MCPD wird als „möglicherweise krebserregend“ und 1,3-DCP als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Diese Einstufungen beziehen sich auf die jeweiligen Stoffe und dürfen nicht pauschal auf sämtliche Papierstrohhalme übertragen werden.
Für Verbraucher und gewerbliche Einkäufer ist deshalb eine nachvollziehbare Lebensmittelkonformität des konkreten Trinkhalms wichtiger als pauschale Aussagen über ein komplettes Materialsegment.
Und was ist mit PFAS in Papierstrohhalmen?
PFAS sind eine große Gruppe sehr langlebiger fluorierter Chemikalien. Untersuchungen haben PFAS auch in verschiedenen Trinkhalmen aus Papier und anderen Materialien gefunden. Solche Ergebnisse zeigen, warum Material- und Produktprüfungen wichtig sind, sie bedeuten aber ebenfalls nicht, dass jedes Produkt einer Materialart PFAS enthält.
Ausführlicher behandeln wir dieses Thema in unserem Beitrag PFAS in Trinkhalmen aus Papier oder Bambus .
Worauf sollte man beim Kauf von Papierstrohhalmen achten?
Besonders im gewerblichen Einsatz sollten technische Spezifikationen und die Eignung für Lebensmittelkontakt nachvollziehbar dokumentiert sein. Zusätzlich sind die gewünschte Stabilität, das Getränkeformat, die Nutzungsdauer und die passende Größe wichtig.
Unsere aktuellen Größen und Ausführungen finden Sie unter Papier-Trinkhalme. Wiederverwendbare Alternativen finden Sie bei unseren PP-Trinkhalmen und Glas-Trinkhalmen.
Quelle und weiterführende Informationen
Eine aktuelle Übersicht zu Papier und Pappe im Lebensmittelkontakt sowie zu möglichen Chlorpropanolen und PFAS bietet die Verbraucherzentrale .